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SRH Berufliches Trainingszentrum Rostock feiert Jubiläum und startet neue Bildungsangebote

10.11.2021

Seit fünf Jahren erhalten Menschen mit psychischen Erkrankungen im SRH Beruflichen Trainingszentrum Rostock Hilfen, um berufliche Anforderungen ihrer Einschränkungen bewältigen zu können. Rund 200  Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Bildungsangebote seit Gründung der Einrichtung.

Aufgrund ihrer Belastungen ist der Einstieg in das Berufsleben für Betroffene ohne eine Vorbereitung besonders erschwert. Die persönlichen Voraussetzungen sind aufgrund ihrer Erkrankungen und ihrer beruflichen Biografien unterschiedlich. Diese Individualität wird bei der Planung der insgesamt sechs angebotenen Bildungsmaßnahmen berücksichtigt. "Mancher benötigt eine kurze Vorbereitung und kehrt in seinen Beruf zurück. Andere müssen sich über einen längeren Zeitraum bei uns ganz neu orientieren oder auf eine spezielle Ausbildung oder Umschulung vorbereiten. Teilnehmende, die noch nie gearbeitet haben, erarbeiten gemeinsam mit uns erstmal ihre Stärken und Wünsche", so die Teamleiterin des Psychosozialen Dienstes, Verena Schlarbaum.

Mehr Zeit für berufliche Orientierung

Für Menschen, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankung stark eingeschränkt sind, ist es sehr herausfordernd, beruflich Fuß zu fassen. Insbesondere für sie wurde mit der dreimonatigen Eignungsabklärung/ Arbeitserprobung ein neues Bildungsangebot konzipiert. "Wir bemerken bei diesen Teilnehmenden eine sehr hohe Unsicherheit in Bezug auf sich selbst. Damit sie eine realistische Perspektive entwickeln, brauchen sie einfach mehr Zeit, um für sich zu erfahren, welche Ausbildung, Umschulung oder Arbeit für sie geeignet wäre", sagt die Berufliche Trainerin Jenny Majtkowski. Und so gibt ihnen das neue Angebot drei statt bisher einen Monat Zeit, um sich selbst zu finden sowie fachliche und soziale Kompetenzen zu erwerben. "Einige benötigen viel mehr Zeit, hier anzukommen und sich an die neue Tagesstruktur zu gewöhnen. Erst danach können wir mit der eigentlichen Arbeit starten und in unseren Trainingsbereichen ausloten und ausprobieren, in welche Richtung es beruflich gehen könnte. Nach drei Monaten ist die Chance groß, dass Teilnehmende stark genug sind für weitere Schritte in ihre berufliche Zukunft", sagt Jenny Majtkowski, die als Berufliche Trainerin auch das zweite neue Angebot im Beruflichen Trainingszentrum Rostock begleitet: Die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, in der sich junge Leute, die noch keinen Schulabschluss oder keine Ausbildung absolviert haben, grundlegende schulische und soziale Kompetenzen aneignen können.

"Wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist es, dass wir reale und individuell passende Arbeitsaufträge entwickeln", sagt Jenny Majtkowski. "Unsere Teilnehmenden können sich auf Jobs in der Wirtschaft und Verwaltung, in der Bürokommunikation, im Bereich Technik und Handwerk sowie im Dienstleistungssektor vorbereiten." Noch haben viele Unternehmen Hemmungen, Menschen mit psychischen Erkrankungen einzustellen. "Deshalb stehen wir potenziellen Arbeitgebern auch gerne beratend zur Seite und unterstützen sie bei Fragen der Wiedereingliederung oder zum Umgang mit den besonderen Bedürfnissen der Teilnehmenden."

Corona hat Auswirkungen 

Ausschlaggebend für das Gelingen eines beruflichen Neustarts ist die psychische Gesundheit der Teilnehmenden. Um dies zu erreichen, werden sie von einer Psychosozialen Mitarbeiterin begleitet. Schwerpunkte sind gemeinsame Gespräche und die Reflexion der Trainingsfortschritte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlernen Strategien, damit sie fachliche und soziale Anforderungen im Beruf mental stark meistern und richtig reagieren können, wenn etwa Überforderung droht. Eine psychische Erkrankung kann jeden treffen, Menschen jeden Alters, aus allen Berufsgruppen und Karrierestufen. "Ich bin mir sicher, dass die Zahl der Betroffenen und damit der Bedarf an unseren Unterstützungsangeboten steigen wird, natürlich auch bedingt durch die Coronakrise", sagt Teamleiterin Verena Schlarbaum. "Bei vielen Betroffenen, die bereits vor der Pandemie erkrankt waren, beobachten wir verstärkte Symptome."